Nachdem wir nun Bayern verlassen haben sind wir nach Österreich über den Brenner durch die Dolomiten nach Venedig gefahren. Dies ist wahrlich nur eine kurze
Beschreibung. In Wahrheit haben wir für 460km fast 8h gebraucht. Irgendwann sind wir - mussten wir - von der Autobahn runter und sind in etlichen Serpentinen durch das Gebirge
gefahren.
"Lucky" hat alles super mitgemacht, es gab keine Probleme und wir sind froh, dass wir uns so gut auf das Auto verlassen können.
Nach unzähligen Rechtskurven und Linkskurven kamen wir tatsächlich in unserer ersten Unterkunft an: Villa Barbarich.
Wir haben ein sehr tolles Zimmer bekommen im ersten Stock und schauen direkt auf die Gartenanlage des kleinen aber feinen Resorts.
Wir testeten zunächst einmal den Pool - also eher gesagt Philipp. Der Pool war, verdammt noch mall, a**** kalt. Ich genoss derweilen die Sonne - Urlaub
Pur.
Abends gab es eine Überraschung - Phil organisierte in einem Private Room ein tolles Abendessen mit roten Rosen - ein Auftakt für unsere Flitterwochen.
Kaputt und mit bereits vielen Eindrücken gingen wir ins Bett. Ein anstrengender Tag lag vor uns:
Venedig in einem Tag - wo fängt man denn an?
Auf jeden Fall sehr früh (zumindest im Urlaub). Mit einem leckeren Frühstück starteten wir Montag um 09:00 mit dem Bus zur Insel.
Venedig ist im Wasser zu Hause. Inmitten einer Lagune eines flachen Binnenmeeres wurde die Stadt auf mehr als 100 Inseln erbaut. Diese Inseln sind durch über 400
Brücken miteinander verbunden. Mehr als 150 Kanäle dienen als Straßen - der gesamte Verkehr findet auf dem Wasser statt - so auch die Müllentsorgung oder die Postzustellung.
Innerhalb von 20min kamen wir auch direkt am Piazza di Roma an und fuhren mit dem "Wasserbus", den Vaporettos, zum bedeutendsten und bekanntesten Platz in
Venedig. Der Markusplatz ist 175m lang und bis zu 82m breit. Auf dem ca. 20 minütigen Weg dahin bekamen wir einen ersten Eindruck.
Gondeln, Fähren, Taxen tummeln sich auf dem Kanal, dahinter prächtige Gebäude, schiefe Türme, bunte Stelzen, die aus dem Wasser ragen und ein Riesendurcheinander aus
Stimmen und Geräuschen.
Da wir ziemlich früh ankamen war der Platz auch noch "relativ" leer. Der frühe Aufbruch hatte natürlich nicht nur den Grund, dass wir nur einen Tag hatten,
sondern auch, weil wir bereits im Vorfeld Eintrittstickets für den Palazzo Ducale gekauft haben.
Unsere Führung war auf Englisch - kein Problem für uns - nur leider hatte unsere nette Führerin einen sehr heftigen Akzent und wir hatten doch Mühe, ihr zu
folgen.
Wir haben die Führung "secret itinerarios" und bekamen Einblicke in die Gefängnisse, geheimen Räume der Staatsaktivitäten und die Geschichte von
Casanova.
In verschiedene Bereiche des Palazzo kommt man nur mit einer Führung.
Der Palazzo Ducale ist DAS Highlight und in diesem Museum kann man sehr viele Stunden verbringen. Eine Führung lohnt sich auf jeden Fall - zumindest jedoch ein
Audioguide.
Das Meisterstück gotischer Architektur war neun Jahrhunderte lang das prunkvolle Zentrum venezianischer Macht. Im luxuriösen Palazzo Ducale residierten die 120
Dogen von Venedig. Hier gingen sie Staatsgeschäften nach und empfingen hohen Besuch. Ich könnte noch so viel über den Dogenpalast schreiben...
Nach diesem einzigartigen Gebäude "gingen" wir auf den Markusturm. Dieser ist der Campanile (Glockenturm) des Markusdoms. Seine Höhe beträgt 98,6 Meter, somit
ist er das höchste Gebäude Venedigs und dadurch hat man eine tolle Aussicht über die Stadt.
Ursprüngliche diente seine Turmspitze den Schiffen als Leuchtturm.
Ein Glück gibt es hier einen Fahrstuhl - 8.00 EUR- aber es lohnt sich.
Natürlich wollten wir nun auch Venedig zu Fuß erkunden und schlenderten über den Markusplatz, auch bekannt als Taubenplatz, Richtung Insel Murano. Nach einem
geschichtlichen Ereignis wird die Taube von den Venezianern verehrt. Der Markusplatz von Venedig wurde letztendlich auch wegen der Tauben für viele Besucher aus aller Welt zu einer
besonderen touristischen Attraktion. Leider litt die Stadt sehr lang unter den rund 100.000 Tauben mit täglich vier Tonnen an Taubenkot. Der damalige Bürgermeister verbot 2008 daher die
Fütterung und es gibt heute beträchtlich weniger, um nicht zu sagen, ganz wenig Tauben.
Im Hintergrund ist die Basilica di San Marco zu sehen. Leider konnten wir diese nicht besichtigen, da die Schlange einfach viiieeelll zu lang war und
die Basilica 17:00 Uhr schloss.
So gingen wir, wie oben erwähnt, Richtung Murano - und setzten mit dem Wasserbus über. Das Zentrum der Glasherstellung in Venedig ist auch ansonsten sehr
sehenswert und es lohnt sich, mal durch die Gassen der Insel zu streifen. Die Insel mit dem schönen Namen bietet mehr als nur Einblicke in die Werkstätten der Glasbläsereien.
Unsere Wege, um zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten zu gelangen, waren geprägt durch die Wasserbusse und natürlich auch unserem Drang, abseits der Touristenpfade
Venedig kennenzulernen.
Zu guter Letzt gönnten wir uns noch einen Sprizz Aperol in der Sonne und besuchten die Rialtobrücke bevor wir mit der Tram und dem Bus wieder in unser ruhiges
Hotel fuhren. Auf Italienisch heißt die Brücke „Ponte die Rialto“ und ist die wichtigste Verbindung zwischen den Stadtteilen San Polo und San Marco.
Am Dienstag, 06.06. geht es in das Po- Delta und wir werden den ersten Tag wohl damit verbringen zu entspannen.
Ein Fluss mit P? - PO
Niemals hätte ich mir erträumt, dass ich einmal in die Nähe des Flusses komme, den ich immer bei dem Spiel "Stadt, Land Fluss" benutze - dem Po. Nach 90minütiger
Fahrt sind wir im Po- Delta angekommen. Zum Glück konnten wir bereits gegen Mittag einchecken. Somit waren meine Rosen versorgt. Wir starteten gleich weiter direkt in das tiefe Delta, um an
einer Bootstour teilzunehmen, welche uns durch den Marco Polo Reiseführer empfohlen wurde.
Da wir beide sehr tierlieb sind, freuten wir uns bereits darauf verschiedenste Vogelarten, unter anderem auch Flamingos, zu sehen. Die Vögel des Podeltas stellen
ein unschätzbares Erbe mit über 300 Vogelarten (darunter 146 nistenden und 151 überwinternden Vogelarten) dar.
Nachdem wir mit einigen Umwegen zu der Adresse gelangt sind, freuten wir uns, dass es keine Massen an Touristen hier her verschlagen hat.
Leider zogen ein paar dicke Wolken auf, sodass bis kurz vor Beginn der eigentlich Tour gar nicht klar war, ob wir starten.
Aber dann - die Bootstour durfte durchgeführt werden.
Wir fuhren mit einem größeren Motorboot entlang der Kanäle vorbei an den schönsten und scheuesten Tieren und.. da waren sie tatsächlich ... Massen an
Flamingos.
Wir haben noch nie Flamingos in freier Wildbahn gesehen und der kleine Junge neben uns meinte "Die sind noch gar nicht rosa, die müssen mehr Krebse essen"
:D
Die Tour dauerte 1h45min und wir hielten zwischendurch an, damit wir uns ansehen konnten, wie die Aalfischerei von Früher von Statten ging. Es war Interessant
aber sowie in der kleinen Ausstellung, als auch auf dem Boot hätten wir uns gewünscht, dass man dazu etwas erklärt.
Das Wetter wurde immer besser und wir freuten uns sehr, dass wir diese Tour gemacht haben.
Nachdem wir wieder an Land waren, gönnten wir uns erst einmal ein wenig Speis und Trank.
Solange hier in Italien die Hochsaison noch nicht gestartet ist, ist dieser kleine Fleckchen Erde sicher ein Geheimtip - nicht nur, weil man die unberührte Natur
sehen kann, sondern auch, weil die Preise in der kleinen Gaststätte sehr erschwinglich sind.